Die Fraktionen Bündnis 90/Die GRÜNEN und die CDU Fraktion bitten die Stadt Dortmund in Abstimmung mit dem Verkehrsbetrieb der DSW21 und dem VhAGDSW e.V. im Nahverkehrsmuseum Dortmund, den Einsatz von historischen Straßenbahnfahrzeugen auf regulären Stadtbahnstrecken zu prüfen. Dabei sollen Beispiele aus anderen Städten mit betrachtet und bewertet werden.
Insbesondere erwarten wir einen Vorschlag für den Erhalt eines B-Wagens als Ergänzung der historischen Fahrzeugsammlung.
Begründung:
Die Straßenbahn ist ein bedeutender Teil der jüngeren Geschichte der Stadt Dortmund und der früheren Landkreise. Generationen von Dortmunder*innen und Gästen sind mitgefahren oder haben die Bahnen als Teil des Stadtbildes erlebt. In den letzten Jahrzehnten wurde aus dem klassischen Straßenbahnbetrieb ein moderner Stadtbahnbetrieb entwickelt.
Im Zusammenhang mit der IGA sollen historische Bahnen auf bestehenden Trassen eingesetzt werden. Dies sollte zum Anlass genommen werden, den Einsatz historischer Bahnen auch übe das Jahr 2027 hinaus fortzuführen und grundsätzlich die Möglichkeiten des Anschlusses an das bestehende Netz zu prüfen.
Die Fahrzeugsammlung der Verkehrshistorischen Arbeitsgemeinschaft (VhAG) umfasst derzeit neben historischen Fahrzeugen aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg auch die besonders in den 1950er bis 2000er Jahren stadtbildprägenden Gelenktriebwagen der Baureihen GT8 und N8C. Letztere wurden von DSW21 vollständig veräußert und mussten mühsam und umständlich von Privatpersonen nach Dortmund zurückgeholt werden. Das soll sich im Fall des Fahrzeugtyps B-Wagen nicht wiederholen. Der Stadtbahnwagen des Typs B ist der klassische Stadtbahnwagen in Nordrhein-Westfalen und war bzw. ist in vielen Städten im Einsatz.
In vielen anderen Städten (Bochum, Essen, Mülheim/R., etc.) besteht die Möglichkeit, Musemsbahnen im regulären Straßenbahn- und Stadtbahnnetz einzusetzen. Eine Ertüchtigung der historischen Fahrzeuge auf 750 Volt Netzspannung ist dort technisch einfach umgesetzt worden. Den Sicherheitsanforderungen des Tunnelbetriebs wird dort kreativ und kostengünstig durch entsprechende ehrenamtliche Besetzung der Züge entsprochen. Störungen sind nicht bekannt.
In Dortmund endete der Einsatz von Museumsfahrzeugen mit Eröffnung des Ost-West-Tunnels im Jahre 2008. Derzeit sind sämtliche, teils betriebsfähigen Fahrzeuge, darunter drei mobile technische Denkmäler der Stadt Dortmund, an den Betriebshof Mooskamp ausgelagert und können nicht im Streckennetz von DSW21 präsentiert werden. Andere Städte – auch im Ruhrgebiet – zeigen, dass der Einsatz von Museumsbahnen auch in Stadtbahntunneln möglich ist.
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