Für die nächste Sitzung des Dortmunder Rates am 17. Februar 2022 fordern die GRÜNEN ein Moratorium für Jagdreiseangebote bzw. sogenannte Trophäenjagden
in den Dortmunder Westfalenhallen und damit auf der Messe Jagd & Hund.
„Im Kommunalwahlkampf 2020 hatte Oberbürgermeister Thomas Westphal angekündigt, im Falle seiner Wahl eine Ethikkommission einzuberufen und Jagdreiseangebote auf den Prüfstand zu stellen.
Mit unserem Antrag erinnern wir nun den Oberbürgermeister an sein Versprechen“, erklärt Lisa Denzel, Ratsmitglied der GRÜNEN.
Trophäenjagden bedrohen den Artenschutz
Weltweit steigt die Ablehnung der Trophäenjagd deutlich. In Zeiten des größten Artensterbens ist Trophäenjagd insbesondere auf bedrohte und international geschützte Tiere durch Nichts zu rechtfertigen. So soll im Frühjahr in Großbritannien ein Gesetz beschlossen werden, das die Einfuhr von Jagdtrophäen bedrohter Arten verbieten wird. Die Bestände vieler Tierarten, die von Trophäenjäger*innen im Ausland erlegt werden, sind stark rückläufig. Die Trophäenjagd hat nachweislich negative Auswirkungen auf bejagte Populationen und unterminiert internationale Bemühungen zum Schutz gefährdeter Arten.
„Zudem ist das Töten eines Tieres nur zum Erwerb einer Trophäe ethisch nicht vertretbar und steht im Widerspruch zum deutschen Tierschutzgesetz, wonach kein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund getötet werden darf. Es steht auch im eklatanten Widerspruch zu dem im Grundgesetz verankerten Staatsziel Tierschutz,“ mahnt Lisa Denzel.
Dortmund soll Verbot zur Vermarktung von Abschussgelegenheiten auf Tiere ausweiten
Die Stadt Dortmund hat sich einem nachhaltigen Strukturwandel verschrieben und übernimmt als Fair Trade Town auch globale Verantwortung für eine lebenswerte Zukunft.
Gleichzeitig sind die Westfalenhallen Dortmund als Veranstalter der Jagd & Hund, der größten Jagdmesse Europas, einer der bedeutendsten Umschlagplätze für Trophäenjagdreisen
und tragen damit eine besondere Verantwortung.
Foto: iStock/Yuri_Arcurs