Ausgerechnet NRW-Umweltminister Uhlenberg ist aus Sicht der GRÜNEN im Rat in der Frage des zukünftigen Flächenverbrauchs für zusätzliche Gewerbegebiete ökologisch weiter als CDU und SPD in Dortmund.
Ingrid Reuter, Fraktionssprecherin und umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN: „Auch wenn wir keine Freunde von Herrn Uhlenberg sind: In der Frage des Flächenverbrauch ist er uns näher als seine eigenen Parteifreunde der CDU und auch näher als die SPD in Dortmund. Denn während der Umweltminister noch vor kurzem aus ökologischen Gründen öffentlich eine Reduzierung des landesweiten Flächenverbrauchs insbesondere in städtischen Randlagen gefordert hat, wollen CDU und SPD lieber heute als morgen die Flächen Buddenacker und Groppenbruch zu Gewerbegebieten machen. Das konnten wir bisher durch die Koalitionsvereinbarung mit der SPD verhindern. Die Fläche Groppenbruch ist bislang kein Gewerbegebiet geworden, sondern für die Natur erhalten geblieben. Und am Buddenacker konnten wir eine Reduzierung der aus GRÜNER Sicht nicht notwendigen geplanten Gewerbenutzung erreichen. Das ist gut für die Natur, denn der nach wie vor hohe Flächenfraß ist aus Sicht des Umweltschutzes eines der der größten Probleme.“
Täglich werden in NRW ca. 15 Hektar Fläche für den Wohn und Gewerbegebiete sowie den Straßenbau beansprucht. Das entspricht ungefähr der Fläche von zwanzig Sportplätzen. Jährlich summiert sich das auf die Fläche einer Stadt wie Schwerte.
Mario Krüger, Fraktionssprecher und OB-Kandidat der GRÜNEN: „Diese Fläche ist für Pflanzen, Tiere, Landwirtschaft und für nachfolgende Generationen als Freifläche verloren. Deshalb muss der Flächenverbrauch auch in Dortmund drastisch reduziert werden. Die Einsicht ist bei CDU und SPD und ihren OB-Kandidaten noch nicht angekommen. Bei Herrn Pohlmann überrascht uns nicht, dass er nach der Kommunalwahl die Bebauung von Groppenbruch und Buddenacker fordert. Von ihm erwarten wir eh keine große ökologische Kompetenz und Einsicht. Aber auch Ulli Sierau hat als OB-Kandidat der SPD die Bebauungslinie seiner Partei immer mitgetragen und unterstützt damit die weitere Zersiedlung und Versiegelung unserer Landschaft. Für uns GRÜNE liegt die Zukunft der Gewerbe- und Wirtschaftsflächenentwicklung stattdessen nicht in einer aggressiven, Freiflächen verbrauchenden Ansiedlungspolitik. Potenziell kann in Dortmund der Wirtschaftsflächenbedarf weitgehend auf den Brachflächen des Stadt- und Regionalgebiets befriedigt werden. Wir wollen den wirtschafts- und umweltverträglichen Auf und Ausbau sowie den Erhalt von Unternehmen und Arbeitsplätzen deshalb im regionalen Konsens mit Nachbarkommunen, bei Beachtung aller schützenswerten Freiräume sowie der Nutzung aller zur Verfügung stehenden ehemaliger Industriegelände fördern. Mit uns wird es eine Ausweitung von Gewerbeflächen in Dortmund zu Lasten von Natur und Landschaft in den nächsten fünf Jahren nicht geben.“