Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bittet die Verwaltung in der Sitzung des Ausschusses unter dem o.g. Punkt um einen mündlichen Sachstandsbericht zur Situation der Ausbreitung der Affenpocken (MPX) in Dortmund. Dabei sollen insbesondere die folgenden Fragen beantwortet werden:
1. Wie viele Fälle von MPX sind in Dortmund bereits aktuell registriert worden?
2. Mit welchen Maßnahmen begleitet das Gesundheitsamt präventiv die MPX-Pandemie bzw. welche Maßnahmen sind geplant?
3. Wie viele Impfungen von Dortmunder*innen sind der Verwaltung bekannt?
4. Gab es Gespräche der Stadt mit dem Land zur Einrichtung einer eigenen Impfstelle in Dortmund?
5. Warum gibt es trotz der HIV-Ambulanz des Klinikums sowie zwei weiterer Schwerpunktpraxen kein MPX-Impfangebot in Dortmund?
6. Wie bewertet die Verwaltung das Fehlen einer Impfstelle für MPX in Dortmund?
7. Welche Möglichkeiten hat die Stadt Dortmund die Einrichtung einer Impfstellen in Dortmund zu befördern?
Zusätzlich bitten wir um die Abstimmung des folgenden Antrags:
1. Der Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit spricht sich für eine eigene Impfstelle gegen Affenpocken in Dortmund aus.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, entsprechende Gespräche mit den zuständigen Landesbehörden aufzunehmen, um eine eigene Impfstelle in Dortmund einzurichten.
3. Die Verwaltung wird beauftragt mit der Aidshilfe Dortmund eine gemeinsame
MPX-Präventionsstrategie aufzustellen, die niedrigschwellige Möglichkeiten zur Information, Sensibilisierung und Entstigmatisierung beinhaltet. Die Ergebnisse sind dem Ausschuss vorzulegen.
Begründung:
Die WHO hat den Affenpocken-Ausbruch zur internationalen Notlage erklärt und damit die höchste Warnstufe herausgegeben. Bereits nach wenigen Tagen hat sich MPX von wenigen Fällen auf mehr als 2.000 in Berlin erhöht (Stand 19.07.2022). 98% aller mit MPX-infizierten Personen gehören zur Risikogruppe „Männer, die Sex mit Männern haben“. Das RKI empfiehlt diesen deshalb ausdrücklich,
sich gegen MPX impfen zu lassen. Ebenfalls schließen erste Clubs in Berlin ihre Darkrooms. Der Mangel an MPX-Impfungen sorgt derweil in der schwulen Community für großen Unmut. Dortmund hat, obwohl drittgrößte Stadt in NRW mit einer vorhandenen queeren Szene, keine Impfstelle gegen MPX. Männer mit einer hohen Anzahl an gleichgeschlechtlichen sexuellen Kontakten und folglich einem hohen Risiko für sexuell übertragbare Erkrankungen, sind darauf angewiesen, nach Bochum, Essen oder Münster zu fahren und sich dort impfen zu lassen. Diese Hürde erhöht das Risiko einer Ansteckung. Das ist unnötig, weil Dortmund über HIV-Schwerpunktpraxen verfügt, die Voraussetzung zur Einrichtung einer Impfstelle sind.